56. DOK: Sarmatische Zeit

Eine Reise in eine Gegend, die auf der Landkarte nicht existiert. „In Sarmatien“ von Volker Koepp erzählt von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in Sarmatien, nicht ohne erwartungsvolle Aufbruchsstimmung. 01.11.2013
Titelbild

„Sar | ma | ti | en – alter Name des Landes zwischen Weichsel und Wolga“, sagt der Duden über die Region, die keiner kennt. Auf der Landkarte gibt es Sarmatien nicht. Volker Koepp hat dieser Gegend einen zweistündigen Film gewidmet, „In Sarmatien“. Eine Reise zwischen der Ostsee und dem Schwarzem Meer, in die Ukraine, nach Moldawien, Weißrussland und Litauen. Durch Länder, die in den vergangenen Jahrhunderten oft ihre Zugehörigkeit geändert haben. Eine Reise in ein wunderliches Stück Erde, mit Zeilen aus Johannes Bobrowskis Gedichtband „Sarmatische Zeit“ im Ohr.

„Alle Erinnerung ist Gegenwart“ zitiert der Erzähler zu Beginn des Films Novalis. Alle Protagonisten aus „In Sarmatien“ erinnern sich. Sie erzählen von Terror, Kriegen und Vertreibungen, von den Alten in den Dörfern und den Jungen, die weg wollen. Sie erzählen von denen, die ins Ausland müssen, um Geld zu verdienen, von zerrissenen Familien, von der Politik und vom Kommunismus.
Einige Leute sind zupackend und hoffnungsvoll, andere melancholisch, aber resigniert hat keiner von ihnen. Eine Frau sagt: „Jetzt kehrt das Gefühl zurück, dass jeder persönlich etwas ändern kann.“ – „Und wenn’s nicht klappt?“ – „Wenn es misslingt, versuchen wir es wieder, bis es klappt. Wir geben nicht so leicht auf.“

„In Sarmatien“ von Volker Koepp erzählt von der Vergangenheit, der Gegenwart und Zukunft in Sarmatien, nicht ohne erwartungsvolle Aufbruchsstimmung. Zwischen Aufnahmen vom Meer, von Flüssen und Wäldern erzählen Menschen ihre berührenden Geschichten. „In Sarmatien“ ist hoffnungsvoll und niederschmetternd zugleich. Der Film macht neugierig auf diese Gegend, die niemand kennt, auf ihre herrliche Natur, die Bewohner und auf die Geschichten, die noch nicht erzählt wurden.


Deutschland 2013, Dokumentarfilm, 120 Minuten. Deutsch, rumänisch, russisch, ukrainisch; deutsche und englische Untertitel.

Weitere Vorstellung:Samstag, 2.11., 13:00 Uhr, Cine Star 8. #642.

Bild: © UNDP in Europa and Central Asia; Symbolbild

Über die Autorin: Ariane Dreisbach studiert Geschichte in Leipzig.

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Kommentare & Bewertungen (3) 

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Ethan Cohen
Ethan Cohen am 23.05.2017 um 01:31 Uhr
Great episode, I love it.
William Thomas
William Thomas am 11.05.2017 um 19:20 Uhr
In love with this artcile!
Edward Midgett
Edward Midgett am 26.12.2016 um 16:33 Uhr
Vergangenheit is quite insane. Thanks so much!

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