IMAN REZAI: I AM E-WASTE

Der für seine drastischen Arbeiten bekannte Künstler Iman Rezai geht mit I AM E-WASTE Thema von globaler Relevanz an. Site4 von Melanie Marten (30.06.2017)
Titelbild

Unter dem Deckmantel des Recyclings verlassen jährlich 50 Millionen Tonnen Elektroschrott die Industriestaaten und werden illegal an Endlager in Asien und Afrika deponiert, wo sie Menschen und Umwelt vergiften. Diese Route macht der Künstler nun bekannt.

Rezai reist für I AM E-WASTE zu Orten, an denen die Abfallprodukte der technologisierten Konsumgesellschaft enden. Vor Ort entsteht eine multimediale Werksreihe, deren Ergebnis fern von üblichen Dokumentationen liegen.
In der Konzeption der dreidimensionalen Arbeiten schafft Iman Rezai eine Verbindung zwischen den Ursprungsländern und den E-Waste Deponien. Er füllt wiederverschließbare Glasflaschen mit E-Waste von den Deponien, fügt reflektierendes Glitzerfragmente und das I AM E-WASTE Logo hinzu. Diese Flaschenpost mit dem Namen „E-MAIL“ schickt er auf eine Reise zurück an den Ort der Entstehung des E-Wastes. 
Iman Rezai nutzt die subversive Kraft der Kunst zur Anregung individueller Momente der Reflektion. Die Vielfalt der verwendeten Medien ermöglicht dem Betrachter eine modulare Erschließung des komplexen Themas. Die fotografischen und filmischen Arbeiten liegen im Spannungsfeld von Umweltaktivismus und investigativem Journalismus. Die impulsive Rezeption des Gesehenen schafft eine Entgrenzung von Objektivität und Subjektivität und wirkt so konträr üblicher Sehgewohnheiten.

Getragen wird das Projekt über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter. Die Kampagne läuft noch bis Mitte Juli. Sammler können hierüber Objekte der Werksarbeit vorab erwerben und sich den Zugang zur filmischen Dokumentation der investigativen Reise sichern.

ÜBER IMAN REZAI

Der Künstler Iman Rezai thematisiert in seinen Arbeiten stets gesamtgesellschaftliche Probleme, welche sich für ihn oft in Doppelmoral manifestieren. Die Provokation hat er noch nie gescheut. Schon als Student polarisierte er international mit seiner partizipativen Performance Die Guillotine. Hier wurde online über die Hinrichtung eines Schafs mittels einer riesigen selbstgebauten Guillotine abgestimmt. Der öffentliche Aufschrei war enorm. Das Leben eines Schafes polarisiert, während es sich oft so bequem wegschauen lässt, wenn durch unser Handeln das Leben anderer Menschen aktiv verkürzt wird.

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